Kleidung und Dresscodes in verschiedenen Kulturen, Vorurteile und Clichés

Als Klasse 6C2 haben wir uns dieses Semester mit dem Thema “Kleidung” beschäftigt und zusammen eine Headline erstellt. Da dies eine recht große und vage Thematik ist, haben wir uns in Gruppen eingeteilt und jede Gruppe bekam einen anderen Recherche-Auftrag. So war es uns möglich eine menge an verschiedenen Informationen über das Thema zu finden um diese dann miteinander zu verknüpfen und zu analysieren. 

Evolution der Kleider
Seit dem Anfang der Menschheit tragen die Menschen Kleider, in der Steinzeit, um sich vor der Kälte zu schützen, jedoch wurde es mit der Zeit immer mehr eine Methode, um Leute in Klassen einzuschränken. 

Im alten Ägypten (2000-1200 vor Jesus Christus) trugen die Reichen und die Pharaos viel Schmuck, feine Stoffe und die Frauen zeigten ihre Brüste. jedoch trugen die Sklaven oft nichts oder bedeckten nur die intimen Körperteile mit einem kleinen Tuch.

Während der schwarzen Pest (1300-1350 nach Jesus Christus) wurden lange Schuhe ein Zeihen von Reichtum und man fing an mehr Teile des Körpers zu zeigen. 

In der age de l’élégance (1725-1750 nach Jesus Christus) trogne die Frauen Korsetts, um ihre Brüste größer wirken zu lassen, wodurch jetzt in unserer Gesellschaft die Brüste der Frauen sexualisiert werden. Über dem Korsett kleideten sie sich noch mit einem Kleid, um Volumen zu schaffen und ein anderes Kleid darüber als Dekoration. 

Tradition und Kultur

In den verschiedenen Kulturen kleidet man sich auch anders. Sei es wegen dem Glauben oder wegen dem Klima. Manche Kulturen mögen es bunt mit viel Schmuck, in anderen kleidet man sich eher schlicht.

In Indien zum Beispiel haben die Farben eine ganz spezielle Bedeutung: die Hindus nennen sie Varna und jede von ihnen symbolisiert etwas.

In Peru kleidet man sich ebenfalls bunt; Frauen tragen farbige Röcke und Männer große Ponchos.

In Indonesien trägt man hauptsächlich gelb und viele Schmuckstücke an den Armen.

In Laos steckt man sich die Haare hoch und kleidet sich orange, um seinen Gott zu verehren.

Neuseeland ist für seine typischen Grasröcke bekannt.

Bei uns hier in Luxemburg trägt man Anzüge und
Krawatten zu besonderen Anlässen, aber ansonsten kleidet man sich mit der aktuellen westlichen Mode. 

Dresscodes

Dresscodes sind Kleidungsregeln an welche man sich zum Beispiel in Schulen halten muss. Diese Regeln stammen von der Gesellschaft, damit man sich nicht zu freizügig anzieht und nicht zu viel von seinem Körper zeigt. Oft sind Dresscodes auch sexistisch gegenüber von Frauen. Sie müssen mehr an ihre Kleidung aufpassen, weil sie sonst dumme Kommentare bekommen oder auch missbraucht werden könnten.

Außerdem behindern Dresscodes den kreativen Ausdruck bei den Schülern. Es gibt aber auch Vorteile wie z.B. ein Gefühl von Sicherheit und Disziplin.

Nach einer Umfrage, die wir in der Klasse durchgeführt haben, war der Großteil der Schüler dafür, dass jeder sich anziehen soll, wie man will. Die Jungs unserer Klasse haben uns auch erklärt, dass der Spruch ,,Männer können sich nicht kontrollieren” nicht stimmt, und dass es trotzdem Ausnahmen gibt.

Kleidung verschiedener Religionen

Christentum
Im Christentum gibt es eigentlich sehr wenige Regeln, es sei denn in Kirchen oder Klöstern sollte man am besten nicht zu freizügige Kleidung tragen, wie z.B. Miniröcke oder durchsichtige Blusen. Innerhalb der Kirche ist die Position der Menschen anhand von ihrer Kleidung erkennbar, sie tragen zum Beispiel besondere Gewänder. Auf der Straße kann man Christen beinahe nicht erkennen, es sei denn sie tragen kleinere Talismane, wie Kreuzketten oder sonstiges.

Hinduismus
Hindus leben meist in wärmeren Ländern, weshalb sie eher bunte und luftige Kleidung aus Baumwolle tragen, auch Saris genannt. Sie schmücken sich dort gerne mit Nasenketten, das sind eine Art Nasenpiercings, die auch mit den Ohren verbunden sind.

Buddhismus
Buddhismus kann man auf der Straße nicht anhand von Dresscodes erkennen, nur die Mönche kann man leicht von anderen unterscheiden, da sie leuchtend orangene und graue Gewänder tragen, auch Kesa genannt. Das Orange steht für Erleuchtung und höchste Weisheit.

Bahaitum
Die Religion Bahai erkennt man nicht an ihrer Alltagskleidung, man kann sie höchstens anhand spezieller Schmuckstücke wie der Bahai Stern mit seinen neun Strahlen unterscheiden.

Islam
Der Islam hat einige Dresscodes wie z.B. nicht zu kurze oder durchsichtige Kleidung. Viele Frauen tragen auf der Straße eine Hijab und eine Takke. Diese sind in manchen Ländern fälschlicherweise verboten. Zur Pilgerreise nach Mekka sind die Pilgersandalen eine Pflicht.

Judentum
In der Regel sind Juden auf der Straße nicht erkennbar, es sei denn man ist sehr streng gläubig, denn dann trägt man oft ein Kippah, welches ein Zeichen für die Ehrfurcht vor Gott ist. Wenn sie beten, tragen sie immer einen Gebetsmantel, auch Tallit genannt.

 

Fast und Slow Fashion

Fast Fashion bedeutet, wie der Name schon sagt, schnelle Mode. Das heißt, dass binnen kürzester Zeit unheimlich viel Kleidung produziert und verkauft wird. Die schnelle Mode hat jedoch schwere Folgen für Mensch und Natur. Beim Anbau von verschiedenen Stoffen werden Unmengen von Pestiziden benutz, was große Auswirkungen auf die Menschen, die auf den Feldern arbeiten, und auf den Boden hat. Die Arbeiter/ innen, die in den Textilfabriken arbeiten, erhalten nicht einmal den Mindestlohn und müssen unter katastrophalen Arbeitsbedingungen schuften. Sie werden ausgebeutet und misshandelt. Viele werden krank und leiden unter den schlechten Arbeitsbedingungen ohne aus diesen ausbrechen zu können.

Warum viele Menschen trotzdem so viel Fast Fashion kaufen, ist eine gute Frage. Die Kunden werden durch den niedrigen Preis und die große Auswahl in die Läden gelockt und fallen dann in einen sogenannten “Kaufwahn”, das bedeutet, dass sie einfach alles kaufen, was billig ist und gut aussieht.

Das Gegenteil von Fast Fashion ist Slow Fashion. Slow Fashion steht dafür, dass der Konsum verlangsamt und die Kleidung länger getragen werden soll. Außerdem fordert Slow Fashion bessere Bedingungen für Mensch und Natur, das heißt, dass die Arbeiter/innen gerecht bezahlt und keine Chemikalien bei der Produktion verwendet werden. Slow Fashion Kleidung ist auch regional, weil Kleidungsstücke manchmal Second-Hand sind.

Rassismus

Rassismus trifft in vielen verschiedenen Arten auf.

USA
Im 16. Bis 19. Jahrhundert war Rassismus ein großes Problem in den USA, weil Menschen aus Afrika verschleppt wurden, um dann unter schlechten Konditionen und strenger Bewachung auf den Baumwollfeldern zu arbeiten. Die Baumwolle wurde dann nach Europa verkauft und mit dem Geld wurden Schiffe und Personal bezahlt, um noch mehr Leute aus Afrika zu verschleppen.Die Baumwollhändler sowie die Plantagenbesitzer bereicherten sich auf diese Weise sehr.

Das war nicht nur Rassismus sondern auch Sklaverei.

Kleidung
Viele Menschen reagieren auch im Alltag schlecht auf religiöse, traditionelle oder kulturelle Kleidung. Oft schließen sie die Menschen, die die Kleidung tragen aus oder geben sogar einen rassistischen Kommentar von sich.page3image51742784

Herstellung
Die Herstellung der Kleidung ist auch heute noch teilweise rassistisch da unsere Kleidung fast immer aus Ländern außerhalb Europas kommt. Wo sie von den Arbeiter(innen) unter schlechten Konditionen und meistens nicht mal dem Mindestlohn hergestellt wird.

Wenn die Kleidung dann doch mal aus Europa kommt, wurde sie meistens von Immigranten unter schlechten Konditionen und meistens nicht mal dem Mindestlohn hergestellt, weil die Arbeiter(innen) sonst keine andere Arbeit finden.

Schlussfolgerung
Nachdem jede Gruppe die Ergebnisse seiner Recherchen vorgestellt hat, haben wir als Klasse festgestellt dass noch viel verändert werden muss damit Mensch und Natur nicht mehr so sehr unter der Kleiderproduktion leiden, aber auch, damit jede Kultur, Religion oder Angewohnheit akzeptiert wird. Es gibt noch viele Aspekte beim Thema “Kleidung” die wir noch nicht behandelt haben. Im Unterricht haben wir noch viele interessante Diskussionen rund um das Thema “Kleidung” geführt, die wir nicht hier mit einfließen ließen. Schlussendlich haben wir herausgefunden, dass es nicht ganz einfach ist, eine gerechte und nachhaltige Lösung zu finden.