Noch bis vor 30 Jahren gab es in der Modeindustrie nur Slow Fashion: Langsame und lokale Kleiderherstellung. In den Jahren 2000 dann wurde eine neue Art des Konsums von Kleidern erfunden: Fast Fashion, billige, trendige kurzlebige Mode. Unser Kleiderkonsum begann sehr schnell zu wachsen. Heute konsumieren wir doppelt so viel wie in den letzten 20 Jahren. Fast Fashion gewann schnell an Beliebtheit und selbst heute dominiert die Fast Fashion Industrie den Markt. Fast Fashion ist jedoch kein Zukunftsmodell. In diesem Artikel erklären wir euch warum, und stellen euch Lösungen vor.

 

 

Kleider auf Kosten von Umwelt und Menschen

Um die Produktionszeit zu verringern und die Kosten zu senken, bringt Fast Fashion viele Probleme für die Umwelt und den Menschen mit sich.

Viele Arbeiter und Arbeiterinnen der Textilindustrie arbeiten in sehr schlecht ausgerüsteten Industrien in denen keine Klimaanlagen, Feuerlöscher oder Notausgänge vorhanden sind. Der Lohn in diesen Ländern wie Indien, Indonesien, Bangladesch oder Pakistan reicht gerade mal zum Überleben. Bei Demonstrationen oder Streiks werden die Arbeiter geschlagen und in manchen Ländern kommt es auch zum Einsatz der Polizei. Die Arbeitszeiten sind meistens von 12-14 Stunden ohne Pausen und oft sind Überstunden auch unbezahlt und gefordert.

Das Unglück von Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013, in dem 1360 Arbeiter und Arbeiterinnen ums Leben gekommen sind und 2000 weitere verletzt wurden zeigt, wie schlecht die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sind. Doch die Textilindustrie verweigerte es, Verantwortung zu übernehmen.

Fast Fashion verschmutzt auch die Umwelt. Die Fast Fashion Industrie ist nach der Erdölindustrie die größte Industrie der Welt. Und damit auch eine der Umweltschädlichsten. Jedes Jahr stößt die Textilindustrie mehr CO2 aus als Schiff- und Flug- Fahrt zusammen.

 

Bei der Produktion von Kleidung werden giftige Chemikalien benutzt, die der Gesundheit der Arbeiter und Einwohner schaden. Oft wird das mit Chemikalien gefüllte Wasser ungefiltert in die Flüsse abgelassen. Dadurch werden die Flüsse der Gegend verseucht. Die Bewohner der Gegend trinken dieses Wasser, benutzen es für ihre Felder und waschen sich damit. Die Folgen davon sind schwere Krankheiten, Deformationen und der Mangel an Trinkwasser. Diese Flüsse sind sowohl schädlich für Mensch und Umwelt.

Ein anderes großes Problem der Textilindustrie ist der hohe Wasserverbrauch. Millionen von Litern werden in jedes Kleidungsstück hineingesetzt. Wasser wird z.B. in Baumwollplantagen eingesetzt, denn die Baumwollpflanzen müssen stark bewässert werden. Die Anbaugegend ist oftmals klimatisch nicht für die Baumwollpflanzen geeignet. Das führt zu einem enormen Wasserverbrauch. Damit kommt es zum Austrocknen von Seen wie z.B. dem Aralsee.

 

 

Die Bauern der Baumwollplantagen haben jedoch nicht nur dieses Problem. Um den Ertrag ihrer Felder zu steigern, müssen sie viele verschiedene Pestizide benutzen, die auch Krankheiten hervorrufen können. Manche Bauern benutzen daher transgene Baumwollpflanzen, die nicht vom Schädlingsbefall betroffen sind. Doch mit der Zeit sind die Schädlinge gegen das von der transgenen Baumwolle produzierte Gift resistent geworden. All dies bringt finanzielle und gesundheitliche Probleme mit sich.

 

Da der Baumwollanbau dem hohen Bedarf an Kleidern nicht mehr gerecht wird, werden vermehrt Chemiefasern zur Textilindustrie genutzt. Diese Chemiefasern müssen zwar nicht angebaut werden und knittern nicht so viel, wie pflanzliche natürliche Fasern, sind jedoch auch sehr umweltschädlich. Beim Waschen gelangt z.B. Mikroplastik ins Wasser und bei der Produktion werden viele Treibhausgase freigesetzt.

Viele Menschen haben bereits nach Lösungen gesucht. Die einfachste und zugleich logischste ist, Kleidung besserer Qualität zu kaufen und diese dann einfach länger zu tragen und somit weniger Kleidung zu kaufen. Es gibt verschiedene kleine Unternehmen, die Kleidung sehr umweltschonend herstellen.


Eine Alternative wäre auch, Kleidung aus alternativen Fasern herzustellen wie z.B. Qmilk-Fasern, die aus saurer Milch hergestellt werden, oder Braunalgenfasern, die aus den Blaualgen der isländischen Fjorde hergestellt werden und die zu 100% biologisch abbaubar sind.


Upcycling und Second-Hand wären auch Möglichkeiten, die Kleider länger zu benutzen. Beim Einkaufen kann man ebenfalls darauf achten, dass die gekauften Kleider aus Biobaumwolle bestehen und nicht aus Niedriglohnländern kommen. Das schont die Umwelt umso mehr. Faire Kleidung zu kaufen hilft den Arbeitern und Arbeiterinnen in den Textilfabriken.