Am Mittwoch, dem 14. Januar, hatten mehrere Schülerinnen und Schüler der Entreprise Sätzwerk die Gelegenheit, den luxemburgischen Radiosender 100,7 zu besuchen. Dort wurden sie von Chefredakteur Jean-Claude Franck zu einem Meet-and-Greet empfangen, bei dem er Einblicke in seinen Berufsalltag, den Journalismus und die Arbeit beim Radio gab.
Jean-Claude Franck erklärte den Schülern, dass es im Journalismus besonders wichtig sei, einfach, kurz und verständlich zu schreiben. Man solle direkt auf den Punkt kommen und keine unnötigen Umwege machen. Auch Fachbegriffe müssten immer erklärt werden, damit alle Zuhörerinnen und Zuhörer den Inhalt verstehen können – auch jene, die sich mit dem Thema nicht gut auskennen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Nicht jeder Journalist muss alles können. Wer zum Beispiel sehr gut recherchieren kann, aber anfangs etwas Angst davor hat, ins Mikrofon zu sprechen, sei trotzdem gut geeignet für den Beruf. Grundkenntnisse im Schneiden von Beiträgen seien jedoch wichtig, besonders bei Reportagen. Diese würden meistens von der Person geschnitten, die sie auch aufgenommen hat.
Um gute und neue Artikel zu schreiben, brauche man Informationen, die andere nicht haben. Dafür müsse man hartnäckig nachfragen und dürfe nicht zu schnell aufgeben. Auch über künstliche Intelligenz wurde gesprochen: Jean-Claude Franck ist der Meinung, dass KI Journalisten nie vollständig ersetzen kann, da sie nur auf vorhandene Informationen zugreifen kann und nichts Neues selbst recherchiert.
Für alle, die sich für den Beruf interessieren, hatte der Chefredakteur einen besonderen Tipp: Schon ab der 5e bietet Radio 100,7 wirklich motivierten Jugendlichen Praktika wo diese den Journalismus aus nächster Nähe kennenlernen können. Außerdem müsse man nicht zwingend Journalismus studiert haben, um dort zu arbeiten – das Radio bildet manche Mitarbeiter selbst aus. Nach der Ausbildung erhält man zunächst einen befristeten Vertrag, der später in eine feste Anstellung übergehen kann.
Beim Radio 100,7 gibt es auch Meinungsbeiträge, die etwa zwei Minuten lang sind und klar als solche gekennzeichnet werden. Vor und nach dem Beitrag wird gesagt, dass es sich um eine persönliche Meinung handelt und von wem sie stammt. Trotz Meinungsfreiheit ist kritisches Nachfragen wichtig: Wenn sich Aussagen widersprechen, müssen Journalistinnen und Journalisten das ansprechen.
Die täglichen Nachrichten werden morgens gemeinsam besprochen. Dabei wird entschieden, welche Themen behandelt werden und wer sie präsentiert. Falls es zu keiner Einigung kommt, entscheidet am Ende der Chefredakteur – was jedoch nur selten vorkommt. Insgesamt wird darauf geachtet, dass jede Person dort eingesetzt wird, wo ihre Stärken liegen, denn beim Radio gibt es viele verschiedene Aufgabenbereiche.
Der Besuch bei Radio 100,7 waar für die Schülerinnen und Schüler eine spannende Erfahrung und zeigte, wie vielseitig und abwechslungsreich der Journalistenberuf sein kann.